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Ab sofort unterstützt uns Daniela Fuß, Sportmoderatorin und Journalistin, als neue Botschafterin!
 „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Kindern den Raum zu geben, sich zu starken Persönlichkeiten entfalten zu können. Doch das können sie nur, wenn sie Vertrauen zu sich selbst und ihrer Umwelt haben.  Power-Child e.V. sorgt dafür, dass dieses Vertrauen gedeihen kann. Ich freue mich sehr und bin stolz, dabei unterstützen zu können.“ so Daniela Fuß.
Wir freuen uns sehr über diese großartige Unterstützung und auf viele gemeinsame Projekte!

ML mona lisa – der Kampf gegen Kindesmissbrauch

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“Man brauche einen Verhaltenskodex in Schulen und Kindergärten einen Notfallplan bei Verdacht”, fordert der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhlem Rörig. Auch Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, setzt sich ein für Aufklärung und Fürsorge zum Schutz der Kinder. “Es müsse zum Standard werden, dass Hilfe und Unterstützung schon bei ersten Anzeichen greifen”. Im ML-Interview erklären wir, Power-Child, wofür sich unsere Projekte einsetzten.

Den Beitrag vom 03.12.2016 sehen Sie hier: https://www.zdf.de/gesellschaft/ml-mona-lisa/der-kampf-gegen-kindesmissbrauch-100.html

Das gesamte Interview finden Sie hier:

Was ist das Ziel der Arbeit von Power-Child e.V.?

Der gemeinnützige Verein Power-Child e.V. wurde 2002 in München gegründet. Er setzt sich mit seinen Projekten seit 14 Jahren für den Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt ein. Unser Hauptziel ist es, Kinder zu stärken und zu schützen; und sie darin zu unterstützen, sich zur Wehr setzen, wenn jemand sie bedrängt oder bedrohen will. Unser Motto lautet: „Sag JA zu Dir und NEIN im richtigen Moment.“


Auf welcher Grundlage ist das Kindergarten Theaterstück „Ich bin stark. Du bist stark. Drachenstarke Mutgeschichten“ entstanden?

Als Grundlage dienen zentrale Themen der Prävention, die Kinder brauchen und wissen sollen, um sich zu wehren und zu schützen. Diese sind: Dein Körper gehört dir, vertraue deinen Gefühlen, unterscheide schlechte und gute Geheimnisse. Du hast das Recht Nein zu sagen. Und du hast das Recht dir Hilfe bei den Erwachsenen zu holen. Auf dieser Grundlage entwickelten dann die Autoren Matthias & Kerstin Forster und der Musiker Marcus Tronsberg das Stück für die Kinder im Kindergartenalter.


Was macht ihrer Ansicht nach dieses Theaterstück für Kinder zu einem wirkungsvollen Stück, einem Stück, das Kindern Schutz und Stärke gibt?

Das Stück ist eine Mutmachgeschichte. Es zeigt auf lebendige und spannende Art und Weise, mit welcher Kraft und mit welchem Mut sich die Kinder auf der Bühne wehren. Tim und Tinka bekommen einen Mutmachdrachen zur Hand. Diesen rufen sie, wenn sie ihn brauchen, und nach einiger Zeit tragen sie diesen Mut auch in sich.


Woran zeigt sich, dass die Kinder das was auf der Bühne geschieht, begreifen und in sich aufnehmen?

Am deutlichsten zeigt sich das darin, wie die Kinder als Zuschauer mitgehen, wenn die Schauspieler sie fragen, ob sie das Mutlied singen wollen, oder ob sie gemeinsam den Lucky rufen wollen.

Sie machen ja bereits seit vielen Jahren Präventionsarbeit mit Kindern. Erkennen sie Veränderungen bei den Kindern?

Ja, das sehen wir, die Kinder sind heute in der Regel selbstständiger und selbstbewusster. Sie möchten vieles selber machen und sie strengen sich an, selbst dann, wenn es ihnen nicht leicht fällt. Unsere Präventionsarbeit setzt ja auch beim Kind an, es macht Spaß, sich stark zu fühlen, Mut zu haben, ein mutiges Kind zu sein.

Sie sagen zu einer erfolgreichen und wirkungsvollen Prävention  mit Kindern braucht es ein aufmerksames erwachsenes Umfeld für die Kinder? Ist das nicht selbstverständlich und warum meinen Sie, dass dieses bei dieser Thematik so entscheidend  ist?

Hier gibt es einen Zwiespalt: Eltern wünschen sich von ganzem Herzen, dass ihre Kinder nie in Situationen kommen, in denen andere Menschen ihre Grenzen missachten oder vorsätzlich sexuelle Handlungen durchführen. Die Realität zeigt aber, dass es immer wieder Kinder gibt, denen so etwas widerfährt. Das macht Erwachsenen Angst und erzeugt z.B. Gefühle von Hilflosigkeit bei gleichzeitiger Einschüchterung der Kinder durch Warnungen.

Dem möchten wir mit unserem Projekt etwas dagegen setzen. Wir zeigen nicht nur den Kindern sondern auch den Erwachsenen unser Theater. Wir beziehen die Eltern und ihre Erzieherinnen und die Erzieher mit ein. Wir ermutigen die Erwachsenen, sich für Kinder einzusetzen und ihnen vor allem zuzuhören. Den eigenen aber auch anderen Kindern, Freunden. So entsteht ein wirkungsvolles Netzwerk aus Kindern, Eltern und ErzieherInnen. Mit der Folge, dass niemand bei dieser so diffizilen und schwierigen Aufgabe alleine dasteht.

Haben sich die Erwachsenen ähnlich wie die Kinder in den Jahren weiter entwickelt. Sehen Sie da auch Veränderungen, die sie als positiv beschreiben würden?

Ja, auch die Erwachsenen haben sich verändert. Sie trauen um vieles mehr ihrem eigenen Urteil, sie zeigen auch häufiger einen sexuellen Übergriff am eigenen Kind oder auch an anderen Kindern an, und sie sind auf vielfältige Art und Weise mit ihren Kindern von klein an im Gespräch, und bestärken Kinder in ihrem Recht auf Schutz, auf Grenzen und bestätigen sie darin: Dein Körper gehört dir. Und wir erleben auch, dass Eltern öfter zum Telefon greifen und sich von Beratungsstellen – auch bei Power-Child – unterstützen lassen. In unseren Vorstellungen für die Erwachsenen erleben wir diese Veränderung derart, dass Eltern uns signalisieren, dass die Kinder im Theaterstück letztendlich noch lauter sein dürften – den eigenen Kindern erlauben sie das auch.

Warum passieren weiterhin trotz all dieser positiven Veränderungen und Denkweisen der Erwachsenen und der Kinder, Übergriffe auf Kinder, die nicht durch die Kinder selber oder durch das Umfeld im Vorfeld oder frühzeitig gestoppt werden können? Oder warum hört das denn nicht auf?

Es gibt keine absolute Sicherheit, sexuellen Missbrauch zu verhindern. Sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen findet täglich, real und überall statt und gehört noch immer zum Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland. Aber wir können durch entsprechende Präventionsarbeit und durch Aufklärung dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche schlechte Absichten durchschauen, schlechte Geheimnisse erkennen und in den Räumen in denen sie sich bewegen, sichere Orte vorfinden.

Gibt es einen wertvollen Hinweis, den sie Eltern, Erzieherinnen und Erziehern zum Schutz der Kinder auf den Weg geben möchten?

Der beste Schutz für Ihr Kind ist ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit. Ermutigen Sie Ihr Kind „Nein!“ zu sagen, wenn es etwas nicht möchte. Wenn Kinder mit anderen allein in einem Raum sind, schauen sie immer wieder  vorbei. Nicht um jemanden zu verdächtigen, sondern ganz einfach, weil genau an diesen  unbeobachteten Orten, übergriffige Situationen meist ihren Anfang haben. Dieses Vorgehen ist Prävention und Schutz für ihr Kind.