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3. CHARITY POWER-TAG 

mit unserer Schirmherrin Dr. med. Christine Theiss und Ramin Abtin 

 Eine großartige Spendensumme in Höhe von 85.935,- € kamen für den guten Zweck zusammen!

Im Namen der Kinder und Jugendlichen herzlichen Dank!

Power-Child e.V. zur Internationalen Kinderschutz-Konferenz im Vatikan

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STELLUNGNAHME:

 Power-Child e.V. zur Internationalen Kinderschutz-Konferenz im Vatikan, Feb 2019

Papst Franziskus hatte die Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen weltweit zu einer Konferenz zum Kinderschutz in den Vatikan einberufen. Vom 21. Bis 24. Februar 2019 wurde über den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch vor allem von Minderjährigen innerhalb der Kirche gesprochen, informiert und diskutiert.

Doch selbst Kirchenvertreter sind mit dem Ergebnis der Konferenz nicht zufrieden. Zu viel Offensichtliches sei gesagt worden, aber konkrete Handlungsvorschläge zur Aufdeckung der Missbrauchsfälle, dem Umgang mit den Opfern und Maßnahmen zur Prävention fehlten. Kardinal Marx, der Erzbischof von München und Freising sieht Bedarf für mehr Transparenz – z.B. sollten Zahlen und Fakten zu Missbrauchsfällen öffentlich gemeldet werden müssen. Und die bereits bestehenden Verfahren und Prozesse zur Verfolgung von Vergehen müssten besser überwacht werden, dies sei in der Vergangenheit versäumt worden.

Power-Child e.V. erkennt die Bemühungen der katholischen Kirche an. Doch müssen auch wir immer wieder feststellen, dass es den kirchlichen Einrichtungen an Transparenz mangelt. Aufarbeitungs- und Präventionsarbeit finden meist innerhalb der Kirchenstruktur statt. Nicht kirchliche Experten werden nur vereinzelt  hinzugezogen. Hierin sieht Power-Child e.V. das Hauptproblem. Die strenge kirchliche Hierarchie und die bestehenden Abhängigkeitsverhältnisse leisten der Vertuschung von Vorfällen sexualisierter Gewalt Vorschub. Es fehlt ein funktionierendes Check and Balance System.

Oft wird beispielweise die Aufhebung des Zölibats als Präventionsmaßnahme gefordert, was in den Augen von Elisabeth Medem-Stadler, Leiterin der Geschäftsstelle von Power-Child e.V., allerdings nur eine unzulässige Vereinfachung des Problems ist: „Der Zölibat ist kein besonders wesentlicher, d.h., unmittelbarer Faktor. Vom Standpunkt des Entwicklungspsychologen aus haben physische Gewaltausübung und sexuelle Übergriffe zahlreiche Berührungspunkte. TäterInnen kommen aus allen sozialen Schichten und häufig aus angesehenen Berufen, die mit einem hohen Image und sozialen Status ausgestattet sind, wie Lehrer, Direktoren, Pastoren, Priester und Bischöfe. Was deren Sexualität betrifft, können sie heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder pädophil veranlagt sein.“

Der Vorwurf richtet sich deshalb in erster Linie an die Unterstützer der hierarchischen Strukturen der katholischen Kirche. Diese ermögliche erst ein solches Ausmaß an Vertuschung. Nur so konnten jahrelange die Augen vor den schrecklichen Taten verschlossen werden. Betroffenen wurden alleine gelassen. Die Täter konnten weiterhin ihre Ämter ausüben und wurden zum Teil sogar befördert. „Es schien überhaupt kein Unrechtsbewusstsein geherrscht zu haben“, so Medem-Stadler. „Und das, wo die katholische Kirche doch die Rolle der moralischen Instanz für sich beansprucht, sei es im Hinblick auf Homosexualität, Schwangerschaftsabbruch, Scheidung oder Adoption durch homosexuelle Paare.“

Abgesehen davon, ist es auch nicht nachvollziehbar, dass der Staat – und das kann in vielen Ländern beobachtet werden – es zulässt, dass eine Kirche ein Paralleluniversum errichtet und sich damit der staatlichen Aufsicht entzieht. Wenn ein Verbrechen begangen wird, einem Menschen Gewalt angetan wird, dann ist der Staat in der Verantwortung, den Täter zur Rechenschaft zu ziehen und dafür zu sorgen, dass der Betroffene zu seinem Recht kommt. Niemand anderes. Auch hier müssen alte verkrustete Konventionen aufgebrochen werden. Diesmal von Seiten der Gesellschaft, die diese Vorgehensweise bisher offensichtlich nicht genug hinterfragt hat.

Power-Child e.V. fordert aufgrund seiner jahrelangen Arbeit mit Betroffenen:

  1. Menschliche Unterstützung und Solidarität mit den Betroffenen
  2. Transparente und sorgfältige Aufklärung und Bestrafung, einschließlich personeller Konsequenzen
  3. Bedingungslose finanzielle Entschädigung für die betroffenen Menschen
  4. Die Einführung von Schutzkonzepten und präventiver Maßnahmen unter Einbeziehung nicht kirchlicher Experten