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Sozialpädagogin/Sozialpädagogen (m/w) auf 450,- € Basis

für die Projektorganisation und Projektvorbereitung

Wir sind ein kleines, eingespieltes und engagiertes Team und freuen uns auf eine ebenso engagierte und flexible Verstärkung.

Hinschauen, Ansprechen, Kinder vor Missbrauch schützen

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Am 17. Juli diesen Jahres wurde das erste Urteil im Lüdge Prozess gesprochen. Zehn Jahre lang sollen Kinder auf einem Campingplatz bei Lügde sexuell missbraucht worden sein. Hinweise an Polizei und Jugendämter wurden ignoriert, Beweismittel verschwanden.  Das System hat versagt.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden in Deutschland 2018 14.606 Kinder und Jugendliche Opfer von sexueller Gewalt, dabei handelt es sich um erfasste Straftaten. Die Dunkelziffer liegt erheblich höher.  Experten gehen von etwa einer  Million aus. Dies bedeutet, dass 1-2 Kinder pro Schulklasse sexuelle Gewalt erleiden. Etwa 9 von 10 Fällen von Kindesmissbrauch bleiben unentdeckt.

Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass die meisten Fälle innerhalb der Familie und  im weiteren Familien- und Bekanntenkreis stattfinden. Kinder kennen also  zum Großteil ihre Peiniger, es sind Vertraute, Freunde, Bekannte.

Missbrauch kann nicht ungeschehen gemacht werden. Deshalb ist es wichtig, Kinder zu schützen bevor etwas passiert. „Es müssen offene Diskussionen zum Thema Gewalt gegen Kinder stattfinden. Dabei geht es nicht allein um das Thema Pädophilie. Bei Gewalt gegen Kinder geht es in über 40% der Fälle um reinen Machtmissbrauch. Außerdem gehören Frauen ebenfalls zur Tätergruppe. Hier sind die Aufdeckungsraten oft noch geringer, weil man es einer Frau, und schon gar nicht einer Mutter zutraut,“ so Elisabeth von Medem-Stadler, Therapeutin und Leiterin von Power-Child e.V., dem Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder und Jugendliche vor Missbrauch und Gewalt zu schützen.

Kindergärten und Schulen, Erzieher, Lehrer und Eltern müssen Hand in Hand arbeiten und den Kindern und Jugendlichen eine vertrauensvolle Umgebung bieten, in der sie sich ernstgenommen und willkommen fühlen. Kinder brauchen einen geschützten Rahmen und Vertrauenspersonen, an die sie sich wenden können, wenn es zu Grenzüberschreitungen kommt. Eine weitere wichtige Aufgabe ist es,“ so von Medem-Stadler „Hinweise, die es oft genug gibt, zu erkennen und sie zu verstehen“.

Das Problem muss in der Öffentlichkeit bewusst wahrgenommen werden. Dazu bedarf es einer kontinuierlichen Aufklärung, nicht nur die kurzfristige Wahrnehmung nach einem besonders schrecklichen Vorfall.