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Das Team von Power-Child e.V. bedankt sich bei all seinen Mitgliedern und Spendern  für die wunderbare Unterstützung inbesonderes während der letzten Wochen. 

Die Förderung unserer Projekte zu Gunsten der Stärkung der Kinder und Jugendlichen, die uns allen so am Herzen liegen, bedeutet nicht nur die Mittel für unsere Arbeit, sie gibt uns auch Kraft und Zuversicht, dass wir mit unserer Aufgabe fortfahren können.

Die polizeiliche Kriminalstatistik repräsentiert nur einen Bruchteil der tatsächlichen Gewalttaten

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11. Mai 2020

Im Jahr 2019 hat sich aus Sicht von Power-Child e.V. bei allen Aktivitäten zum Kinderschutz leider nur wenig zum Positiven verändert und gleichzeitig zeichnen sich bezüglich sexueller Gewalt eher besorgniserregende Tendenzen ab.

Der Rückgang der so genannten Misshandlungen, die eigentlich „Schwere Gewalt gegen ein Kind“ genannt werden müssten, ist mit einem Minus von 4.180 auf 4.100 Fälle (1,91 %) eher als nicht signifikant einzustufen. Tendenz also gleich schlecht wie schon im Vorjahr.

Die Zahl der von vollendeten Tötungsdelikten betroffenen Kinder ist gegenüber dem Jahr 2018 von 136 auf 112 Fälle (17,65 %) zurückgegangen, die der Versuche um 11,22 % (von 98 auf 87 Fälle).

Sehr viel negativer sind jedoch die Tendenzen im Bereich der sexuellen Gewalt zu vermerken. Die Zahl beim sogenannten sexuellen Missbrauch stieg gegenüber dem Vorjahr von 14.606 auf 15.936 (8,96 %) Fälle.

Und bislang weitgehend unbemerkt ist bei den Tatverdächtigen des sogenannten sexuellen Missbrauchs von Kindern festzustellen, dass im vergangenen Jahr 10,2 % von ihnen selber unter 14 Jahre alt, also selber noch Kinder waren. Und bei den 14 bis 18jährigen waren es insgesamt 21,2%, dem Grunde nach Kinder und Jugendliche, die auf dem Weg der Entwicklung einer eigenen sexuellen Identität Grenzen überschritten, die sie nicht hätten überschreiten dürfen. Und bei Ihnen geht es weniger um Strafe, sondern um frühestmögliche Prävention, damit sie sich später als Erwachsene nicht wieder und weiter mit Gewalt zu nehmen versuchen, was sich niemand mit Gewalt nehmen darf.

In Zusammenhang mit der Herstellung, dem Besitz und der Verbreitung von sogenanntem kinderpornografischem Material gibt es eine bemerkenswerte Steigerung von 7.449 auf 12.262 (64,61 %)Fälle.

Sicherlich dürften auch hier wieder etliche Kinder und Jugendliche dabei sein, die derartiges Material über ihre Smartphones miteinander ausgetauscht haben, aber dies ändert nichts an dem Fakt an sich.

Hier bedarf es neben besseren rechtlichen Rahmenbedingungen, mehr Personal und besserer Technik, aber auch mehr Vernetzung aller staatlichen und nichtstaatlichen Akteure.

„Die Tatsache, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik lediglich das aufgedeckte Hellfeld wiedergibt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sexuelle Gewalt in ihren verschiedenen Abstufungen allmählich zur traurigen gesellschaftlichen Normalität zu werden scheint und dass jeder aus dem Dunkelfeld heraus ermittelte Einzelfall ein Fall eines betroffenen Kindes mehr ist, den es nie hätte geben dürfen.

Wenn wir Kinderschutz ernst nehmen wollen, müssen wir zunächst unsere eigene Haltung kritisch hinterfragen. Haltung meint, Kinder und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, ihnen zuzuhören und sie ernst zu nehmen, das Recht auf Beteiligung wirklich umzusetzen. Haltung bedeutet, das professionelle Selbstverständnis immer wieder zu überprüfen, um den Anforderungen im Kinderschutz gerecht zu werden. Dafür braucht es Aufmerksamkeit, Engagement und Beharrlichkeit.“