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Täglich erleben 49 Kinder in Deutschland sexualisierte Gewalt

31. Mai 2022

Im Jahr 2021 hat sich aus Sicht von Power-Child e.V. bei allen Aktivitäten zum Kinderschutz leider nur wenig zum Positiven verändert und gleichzeitig zeichnen sich bezüglich sexueller Gewalt eher besorgniserregende Tendenzen ab.

Statt einem Rückgang kam es im Jahr 2021 leider zu einem Anstieg der Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch. Um 6,3 % nahm der sexuelle Kindesmissbrauch zu und ist so auf über 15.500 Fälle angestiegen.

Eine weitere besorgniserregende Tendenz lässt sich bei Missbrauchsdarstellungen erkennen. Um 108,8 % ist die Verbreitung, der Erwerb, der Besitz und die Herstellung von Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen gewachsen. Außerdem lässt sich dabei auch eine starke Zunahme bei der Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen durch Minderjährige erkennen. Laut PKS hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Missbrauchsdarstellungen besaßen, herstellten oder weiterverbreiteten in Deutschland seit 2018 mehr als verzehnfacht – von damals 1.373 Tatverdächtigen unter 18 Jahren auf 14.528 Tatverdächtige in 2021.

Zu betonen ist, dass die Zahlen lediglich die aufgedeckten und der Polizei bekannten Fälle beinhalten. Die Dunkelziffer in diesem Bereich ist um ein Vielfaches höher.

Mittlerweile ist Europa zum Drehkreuz und Zentrum bei der Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen geworden. Mehr als 60 % des weltweiten Materials läuft über europäische Server. So fordert die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Kerstin Claus eine europaweite Strategie um die Strafverfolgung zu verbessern und schneller Handeln zu können.

Umso wichtiger werden in diesem Kontext unabhängige Beratungsstellen, die Betroffenen ein starkes Netzwerk, Schutzkonzepte und verlässliche Hilfen bieten können. So fordert auch Power-Child die Unterstützung und den Erhalt der unabhängigen Beratungsstellen, um Betroffenen schnell und anonym Helfen zu können.

Wenn wir Kinderschutz ernst nehmen wollen, müssen wir zunächst unsere eigene Haltung kritisch hinterfragen. Haltung meint, Kinder und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, ihnen zuzuhören und sie ernst zu nehmen, das Recht auf Beteiligung wirklich umzusetzen. Haltung bedeutet, das professionelle Selbstverständnis immer wieder zu überprüfen, um den Anforderungen im Kinderschutz gerecht zu werden. Dafür braucht es Aufmerksamkeit, Engagement und Beharrlichkeit, denn letztendlich ist es eine Frage eines jeden Einzelnen wie unsere Gesellschaft aussieht und welche Werte darin gelten.

 

Pressekontakt:
Power-Child e.V.
Elisabeth Medem-Stadler                             Tel.: +49 (0)89 38 666 888
Bauerstraße 19                                             Email: info@power-child.de
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