Viele Eltern gehen davon aus, dass eine kieferorthopädische Behandlung erst im Jugendalter notwendig wird. Tatsächlich zeigen sich manche Fehlstellungen jedoch bereits deutlich früher. Gerade während des Wachstums können bestimmte Entwicklungen erkannt werden, bevor sie sich weiter verstärken.

Deshalb spielt der Zeitpunkt der Behandlung eine wichtige Rolle. In einigen Fällen kann ein früher Beginn dazu beitragen, spätere Eingriffe zu vermeiden oder den Umfang einer späteren Behandlung zu reduzieren. Moderne Behandlungsmethoden ermöglichen heute zudem eine deutlich unauffälligere Korrektur, als viele Eltern erwarten.

Kurzfassung

  • Manche Zahn- und Kieferfehlstellungen werden bereits im Grundschulalter sichtbar.
  • Ein früher Behandlungsbeginn kann das natürliche Wachstum gezielt nutzen.
  • Transparente Aligner kommen bei bestimmten Befunden auch bei Kindern zum Einsatz.
  • Früh erkannte Fehlstellungen lassen sich häufig einfacher korrigieren.
  • Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Aligner grundsätzlich nicht.

Welche Fehlstellungen fallen häufig schon im Kindesalter auf?

Nicht jede Fehlstellung entwickelt sich erst während des Zahnwechsels. Viele Auffälligkeiten zeigen sich bereits im Grundschulalter.

Dazu gehören unter anderem:

  • Kreuzbiss
  • offener Biss
  • starker Überbiss
  • Tiefbiss
  • ausgeprägter Platzmangel
  • bestimmte Kieferfehlstellungen

Je früher solche Veränderungen erkannt werden, desto besser lässt sich beurteilen, ob eine Behandlung sinnvoll sein kann. Während des Wachstums reagieren Kiefer und Zähne häufig anders als im Erwachsenenalter. Bestimmte Korrekturen lassen sich während des Wachstums oft einfacher durchführen als im Erwachsenenalter. 

Warum wird eine Frühbehandlung überhaupt empfohlen?

Das Wachstum von Kiefer und Gesichtsschädel ist bei Kindern noch nicht abgeschlossen. Genau dieser Umstand macht frühe Behandlungen in bestimmten Situationen interessant.

Anstatt ausschließlich bestehende Fehlstellungen zu korrigieren, kann in manchen Fällen die weitere Entwicklung beeinflusst werden. Dadurch lassen sich ungünstige Entwicklungen frühzeitig erkennen und begleiten.

Neben der Zahnstellung berücksichtigen viele Eltern auch die Entwicklung von Kiefer und Gebiss. 

Typische Sorgen von Eltern

Wenn das Thema Kieferorthopädie bei Kindern zur Sprache kommt, entstehen häufig Fragen und Unsicherheiten.

Viele Eltern befürchten:

  • eine schmerzhafte Behandlung
  • starke Einschränkungen im Alltag
  • sichtbare Apparaturen
  • lange Behandlungszeiten

Diese Vorstellungen basieren häufig auf Erfahrungen mit klassischen Zahnspangen. Aligner unterscheiden sich deutlich von festen Brackets und Drähten. Die transparenten Schienen lassen sich herausnehmen und fallen im Alltag meist kaum auf. Dadurch werden sie von vielen Kindern gut akzeptiert.

Kieferorthopädische Frühbehandlung mit Alignern

Auch im Bereich der kieferorthopädischen Frühbehandlung kommen heute in bestimmten Fällen Aligner zum Einsatz. 

Dabei handelt es sich um herausnehmbare Kunststoffschienen, die schrittweise auf die Zahnstellung einwirken. Einige kieferorthopädische Praxen konzentrieren sich ausschließlich auf Aligner und setzen keine festen Zahnspangen ein. Dadurch steht die Behandlung mit transparenten Schienen vollständig im Mittelpunkt.

Für Kinder ergeben sich daraus mehrere Vorteile:

  • kaum sichtbare Behandlung
  • herausnehmbare Schienen
  • unkomplizierte Zahnpflege
  • geringe Einschränkungen im Alltag
  • Angenehmes Tragegefühl für viele Kinder

Welche Vorteile kann ein früher Behandlungsbeginn haben?

Ein häufiger Grund für eine frühe Behandlung besteht darin, das vorhandene Wachstum zu nutzen.

Dadurch können sich unter anderem folgende Vorteile ergeben:

  • spätere Behandlungen fallen möglicherweise weniger umfangreich aus
  • bestimmte Fehlstellungen verschlechtern sich nicht weiter
  • Die Belastung einzelner Zähne kann reduziert werden
  • Das Risiko späterer Eingriffe kann sinken
  • Die Entwicklung von Kiefer und Gebiss kann begleitet werden

Warum sind regelmäßige Kontrollen wichtig?

Auch bei einer Behandlung mit Alignern bleibt die fachliche Begleitung ein wichtiger Bestandteil.

Kontrollen dienen dazu, die Entwicklung der Zahnstellung zu beobachten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Gleichzeitig kann überprüft werden, ob die Behandlung wie geplant verläuft.

Besonders während des Wachstums verändern sich die Voraussetzungen regelmäßig. Deshalb sollte der Verlauf kontinuierlich begleitet werden.

Was passiert nach der eigentlichen Behandlung?

Nach Abschluss der aktiven Zahnbewegung endet die Behandlung nicht automatisch.

Die erreichte Zahnstellung muss stabilisiert werden, damit sich die Zähne nicht wieder in ihre ursprüngliche Position bewegen. Dafür werden häufig Retainer oder andere Maßnahmen zur Stabilisierung eingesetzt.

Dieser Abschnitt wird als Retentionsphase bezeichnet und gehört zu einer langfristigen Sicherung des Behandlungsergebnisses dazu.

Wer übernimmt die Kosten?

Eltern sollten sich frühzeitig über die Finanzierung einer Behandlung informieren.

Wichtig ist dabei: Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Aligner grundsätzlich nicht. Private Krankenversicherungen oder Zahnzusatzversicherungen können je nach Tarif Leistungen erstatten. Ob eine Erstattung möglich ist, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.

Fazit

Eine früh erkannte Fehlstellung muss nicht zwangsläufig zu einer aufwendigen Behandlung im Jugend- oder Erwachsenenalter führen. In bestimmten Fällen kann eine kieferorthopädische Frühbehandlung dabei helfen, das natürliche Wachstum sinnvoll zu nutzen und Fehlentwicklungen rechtzeitig zu begleiten.

Transparente Aligner kommen ohne sichtbare Drähte oder Brackets aus und werden von vielen Kindern im Alltag kaum als störend empfunden. Ob eine Frühbehandlung infrage kommt, lässt sich nur anhand der jeweiligen Zahn- und Kieferstellung beurteilen.